Vertragsärzte und Honorarärzte

In den Landespolizeidirektionen Wien, Oberösterreich, Salzburg und Tirol werden noch Vertragsärzte gesucht, in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Burgenland, Tirol und Kärnten noch Honorarärzte (Tirol)

Aufgaben

Rettung aus der „heißen Zone“

Sanitäter des Einsatzkommandos Cobra und der WEGA schulten in den vergangenen Jahren alle Einsatzbeamten in „taktischer Verwundeten-Versorgung“. Am Boden liegt ein angeschossener Cobra-Beamter. Hinter einer Mauer haben sich die Täter verschanzt und feuern immer wieder in Richtung des Polizisten. Sechs Cobra-Spezialisten nähern sich dem verletzten Kollegen. Während zwei aus dem Team Feuerschutz geben, sichten die anderen die Lage. Nach einem vorgegebenen Schema wird der Zustand des Verletzten überprüft – kurz darauf wird er von vier Beamten in ein angrenzendes Gebäude getragen. Erst dort können die Erstversorgungsmaßnahmen beginnen, denn in der Zone der unmittelbaren Bedrohung ist zum Schutz Aller nur bedingt Hilfeleistung möglich.

 

Taktisches Sanitätskonzept. In Rahmen von Übungen zur taktischen Verwundeten-Versorgung (TVV) werden die wesentlichen Routinen trainiert, um Verletzte in einer unmittelbaren Gefahrenzone auch ohne medizinisches Personal zu versorgen. In diese „heiße Zone“, z.B. im Bereich eines Terroranschlags oder in einem Feuergefecht, soll aufgrund der Gefährdungslage kein ziviler Rettungsdienst vorgelassen werden. Damit Polizeibeamte, die unmittelbar am Tatort sind, einfache, zielgerichtete Erste Hilfe-Maßnahmen setzen können, etwa bei stark blutenden Wunden nach Stich- oder Schussverletzungen, entwickelten Mitarbeiter des chefärztlichen Dienstes des Innenministeriums sowie des Einsatzkommandos Cobra ein „taktisches Sanitätskonzept“.

 

Combat Medic. „Das taktische Sanitätskonzept im BMI orientierte sich an international anerkannten Konzepten, unter anderem aus der militärischen Verwundeten-Versorgung“, erläutert Dr. Yasmin Frank-Dastmaltschi, Chefärztin des Innenministeriums. Dem „Combat Medic“ im militärischen Bereich kommt eine Vorreiterrolle zu, er unterscheidet sich in Rolle und Befugnissen von Rettern in Blaulichtorganisationen. Basierend auf den Prinzipien der Verwundeten-Versorgung im militärischen Kampfeinsatz wurden für die Bedürfnisse von Polizei- und Rettungseinheiten Adaptierungen und Weiterentwicklungen vorgenommen.

 

Ab Herbst 2014 wurden in Wiener Neustadt Cobra-Beamte zu Trainern für TVV ausgebildet. Das taktische Sanitätskonzept des BMI etablierte sich auf Basis dieser Schulungen 2019 und wurde damit auch auf andere Einheiten der Polizei ausgeweitet. Die sechstägige Grundausbildung umfasst neben einer praxisbezogenen Schulung in den Bereichen „Stillen von starken Blutungen“, „Reanimation“, „Trauma-Versorgung“, und „Airway-Management“ auch den Bereich „Crew Resource Management“, bei dem Wissen über das menschliche Verhalten in Belastungssituationen vermittelt wird. Als Lehrende fungieren, neben den polizeieigenen Trainern und Ärzten, auch Experten der Wiener Berufsrettung, des Österreichischen Roten Kreuzes sowie des Psychologischen Dienstes des BMI.

 

Die Cobra-Sanitäter schulten in weiterer Folge ihre Kollegen, dadurch hatten in kürzester Zeit alle Einsatzbeamten des EKO Cobra eine Basisschulung in taktischer Verwundeten-Versorgung erhalten.2016 wurde das Sanitätskonzept auch bei der „Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung“ (WEGA) umgesetzt. Die spezielle Erste Hilfe-Ausrüstung führen alle Cobra- und WEGA-Einsatzbeamten in einer an der Schutzausrüstung montierten Sanitätstasche mit sich. Die schnelle Greifbarkeit ist vor allem bei lebensbedrohlichen Verletzungen von großem Nutzen und erhöht so die Sicherheit der eingesetzten Beamten wesentlich.

Kontakt

Bundesministerium für Inneres,

Abteilung I/10 – Medizinische und Gesundheitsangelegenheiten,

Herrengasse 7, 1010 Wien,

E-Mail: BMI-I-10@bmi.gv.at,

Telefon: +43 1 53 126-3700