31.03.2020: Update: Aktuelle Informationen betreffend Coronavirus (SARS-CoV-2)

31.03.2020

Risikogruppen während der Pandemie, Fortbildung und Ausbildung, Zulassungserleichterungen im Rahmen einer Pandemie

Die Ankündigung der Bundesregierung verpflichtend Homeoffice oder berufliche Freistellung für die gesundheitlichen Risikogruppen vorzusehen, hat viele Fragen aufgeworfen. Zudem wollen wir Sie heute über  den Themenbereich ärztliche Fortbildung und Ausbildung und die dazu erfolgten (gesetzlichen) Änderungen und Zulassungserleichterungen für Ärzte im Rahmen der Pandemie informieren:

Risikogruppen während der Pandemie

Gestern wurde von der Regierung angekündigt, dass bestimmte Risikogruppen während der Corona-Pandemie zu schützen und notfalls von der Arbeit freizustellen sind. Unklar ist noch, welche Patientengruppen davon betroffen sind und ab wann diese Maßnahme konkret umgesetzt werden. Bis die genauen Vorgaben bekannt gegeben werden, schlagen wir vor, bei der Beurteilung der Frage, welche Personen zu einer Risikogruppe gehören, von der Definition der AGES auszugehen, die Sie hier finden: AGES Risikogruppendefinition(Seite 31)

Fortbildung und Ausbildung

  1. Aufschub der DFP-Fristen
    Gemäß dem 2. COVID-19-Gesetzespaket werden auch die Fristen des DFP-Diploms – und damit auch der Ablauf der Gültigkeit eines DFP-Diploms – ausgesetzt. Konkret bedeutet das, dass sich die Gültigkeit von DFP-Diplomen mit einem Gültigkeitsende beginnend mit 12.3.2020 um die tatsächliche Dauer der COVID-19-Pandemie (die derzeit noch nicht absehbar ist) verlängert.
  2. Aufschub Facharztprüfungen und Prüfungen Arzt für Allgemeinmedizin
    Derzeit werden alle Prüfungen, die im März und April stattfinden hätten sollen, abgesagt, müssen aber aus rechtlichen und fachlichen Gründen nachgeholt werden.
  3. Anrechnung von Ausbildungszeiten – Aussetzen der „Sechstelregelung“
    Die Österreichische Ärztekammer hat nach erfolgtem Abstimmungsprozess mit dem BMSPGK ein Rundschreiben an alle Landesärztekammern zum Thema 2.COVID-19-Gesetz - Auswirkungen auf Ärzte in Ausbildung ausgesandt (siehe Anlage).
    Die „Sechstelregelung“ wird für die Dauer der Pandemie ausgesetzt. Es erfolgt für diese Zeit eine Pauschalanrechnung von zumindest 2 Monaten in der Ausbildung Arzt für Allgemeinmedizin bzw. von zumindest 6 Monaten in der Ausbildung in einem Sonderfach. Im Sinne der Qualitätssicherung der Ausbildung sind die erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten jedoch weiterhin entsprechend zu dokumentieren und vom Ausbildungsverantwortlichen zu überprüfen und zu beurteilen. Entsprechend nachvollziehbare Aufzeichnungen müssen geführt werden. Spezielle Fragen zur Anrechnung müssen einzelfallbezogen am Ende der Pandemie beurteilt werden. Eine Neubewertung bzw. Prüfung, ob eventuell mehr Zeit anrechenbar ist, erfolgt jedenfalls, wenn die Pandemie deutlich länger dauern sollte.
  4. Absehen von der Vorlage von Originaldokumenten
    Für Anträge gem. § 14 ÄrzteG auf Anrechnung von ausländischen Ausbildungszeiten sowie Anträge auf Wechsel in die neue Ausbildungsordnung gem. § 27 ÄAO 2015 iVm § 14 ÄrzteG wird für die Dauer der Pandemie vorübergehend von der Pflicht zur Vorlage von Originaldokumenten abgesehen. Eine elektronische Übermittlung von Unterlagen ist somit ausreichend.
  5. Wechsel der Lehrpraxis aufgrund von Praxisschließungen
    Da es aufgrund der aktuellen Pandemie mitunter zu Schließungen von Lehrpraxen, in denen aktuell Lehrpraktikanten ausgebildet werden, kommen kann, wurde seitens des BMSGPK die Möglichkeit eines raschen, unbürokratischen Wechsels der Lehrpraxis zugesagt, um dadurch möglichst Stehzeiten zu vermeiden. Es gibt in Tirol ausreichend Lehrpraxen, in die betroffene Lehrpraktikanten hinwechseln könnten. Die Ärztekammer für Tirol ist über den Wechsel der Lehrpraxis zu informieren.
  6. Aussetzung der Fortbildungsfrist für Notarzt-Diplome
    Mit dem zuletzt beschlossenen 2. COVID-19- Gesetz wurden sämtliche Fristen auf Grundlage des Ärztegesetzes im Zusammenhang mit der ärztlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Dauer der Pandemie ausgesetzt.
    Zur Aufrechterhaltung der notärztlichen Berechtigungen und damit die Sicherstellung der präklinischen Versorgung für die Bevölkerung werden daher auch die Fristen für die Aufrechterhaltung der Notarztberechtigung ausgesetzt. Für die Gültigkeit des Notarzt-Diploms bedeutet dies nun im Konkreten, dass eine derzeit aufrechte notärztliche Berechtigung (= Notarzt-Diplom) für die Dauer der Pandemie zuzüglich um eine Zeitspanne, innerhalb welcher realistischerweise ein Refresher nachgeholt werden kann, verlängert wird.

Zulassungserleichterungen im Rahmen einer Pandemie

  1. Ärztliche Tätigkeit im Rahmen der Pandemie
    Mit dem 2. COVID-19-Gesetz wurde eine Regelung für das ärztliche Tätigwerden im Rahmen einer Pandemie geschaffen. Durch diese Bestimmung wird es ermöglicht, dass auch Turnusärztinnen und Turnusärzte für Tätigkeiten im Rahmen der Pandemie herangezogen werden können. Die erforderliche Qualitätssicherung erfolgt durch die Vorgabe der Zusammenarbeit mit zur selbständigen Berufsausübung berechtigten Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin oder Fachärztinnen und Fachärzten.

Aufhebung der Sonderfachbeschränkung
Die Sonderfachbeschränkung ist für die Dauer der Pandemie nicht gegeben, sodass Ärztinnen und Ärzte aller Fachbereiche im Kontext der COVID-Pandemie ärztlich tätig sein können, ohne dabei auf ihr Sonderfach beschränkt zu sein.

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