Wichtige Informationen

Wichtige Informationen

Berufsbezeichnungen

Verhinderung - 1/6 Regelung

Mutterschutz

Karenzzeiten

Anzahl der zu absolvierenden Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste

Teilzeitausbildung

Anrechnung von Ausbildungszeiten in Lehrpraxen

 

Berufsbezeichnungen

Turnusarzt 

in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin oder zum Facharzt

bis zum Abschluss der jeweiligen Ausbildung und Erwerb des „ius practicandi" (Recht des Arztes zur Ausübung der selbständigen ärztlichen Tätigkeit als Arzt für Allgemeinmedizin bzw. Facharzt)

 

Arzt für Allgemeinmedizin 

Abgeschlossene 3-jährige Mindestausbildung, positiv absolvierte Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin


Facharzt in einem Sonderfach

Abgeschlossene 6-jährige Mindestausbildung, positiv absolvierte Facharztprüfung

 

Approbierter Arzt

Ärzte, die im Ausland die Berechtigung zur selbständigen Ausübung des ärztlichen Berufes erworben haben - eine Eintragung in die Ärzteliste als approbierter Arzt ist nicht mehr möglich


Verhinderungszeiten – 1/6 Regelung

Urlaubs-, Erkrankungs- und sonstige Verhinderungszeiten (z. B. Mutterschutz) während der Ausbildung sind auf die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt und Additivfacharzt nur insoweit anzurechnen, als sie insgesamt nicht mehr als höchstens den sechsten Teil der jeweiligen Ausbildungszeiten (im jeweiligen Fach zum Arzt für Allgemeinmedizin, im Hauptfach, in den Pflichtneben- bzw. Wahlfächern in der Facharzt- sowie in der Additivfachausbildung) betragen. Die Fehlzeiten sind im Rasterzeugnis vom Ausbildner anzuführen (inkludieren diese auch Wochenendtage, so werden sie in das 1/6 mit eingerechnet).


Jeder Ausbildungsmonat (egal ob 28, 30 oder 31 Tage) wird mit 30 Kalendertagen (inkl. Wochenenden) berechnet. (Urlaub z. B. vom 1. bis 10.3. bedeutet, dass bereits 10 Fehltage erreicht sind, Urlaub vom 1.3. bis 5.3 und 8.3. bis 10.3. bedeutet 8 konsumierte Fehltage). Zeitausgleich sowie Dienstfreistellungen zählen nicht als Verhinderungszeiten.

Beispiele:

Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin:

Haut- u. Geschlechtskrankheiten 2 Monate (=60 Kalendertage) – davon 1/6 an Fehlzeit erlaubt (=10 Kalendertage). Wird die Ausbildung in mehreren Abschnitten bzw. durch die Kombination mehrerer Fächer absolviert, so errechnet sich das 1/6 wie folgt von der Gesamtzeit:

Allgemeinmedizin 6 Monate in verschiedenen Ambulanzen – erlaubte Fehlzeiten insgesamt 30 Kalendertage

Innere Medizin 12 Monate, oder 9 Monate Innere Medizin und 3 Monate Wahlfächer – erlaubte Fehlzeiten insgesamt 60 Kalendertage.

Chirurgie 4 Monate, oder 2 Monate Chirurgie und 2 Monate Unfallchirurgie – erlaubte Fehlzeiten insgesamt 20 Kalendertage.

Mutterschutz

Mutterschutzzeiten finden auf die postpromotionelle Ausbildung Anrechnung bzw. fallen in die 1/6-Regelung, wenn:

  • Der Ausbildner Zeiten des Mutterschutzes im Rasterzeugnis als Ausbildungszeiten bestätigt und
  • im jeweiligen Fach das 1/6 an Verhinderungszeiten nicht z. B. schon durch Urlaub und/oder Krankheit ausgeschöpft wurde.

Die Aussage, ob bzw. inwieweit Mutterschutz Anrechnung findet, kann daher erst nach gänzlich absolvierter Ausbildung in einem Fach und nach Vorlage eines Rasterzeugnisses, in welchem sämtliche Verhinderungszeiten eingetragen sind, getroffen werden.

Beispiel
12 Monate Innere Medizin in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin: 
60 Fehltage sind erlaubt, wurden durch Urlaub und Krankheit zusammen bereits 50 Fehltage konsumiert, sind vom Mutterschutz maximal noch 10 Tage auf die Ausbildung anzurechnen.


Karenzzeiten

Karenzurlaube nach den Elternkarenzgesetzen sind auf die postpromotionelle Ausbildung NICHT anrechenbar.

 

Teilzeitausbildung

Grundsätzlich kann die Ausbildung in Teilzeit erfolgen, wobei das Ärztegesetz diesbzüglich nur den ausbildungsrechtlichen Teil abdeckt, jedoch keinen Rechtsanspruch auf Teilzeit-Ausbildung vorsieht. Inwieweit Teilzeit-Ausbildung möglich ist, ist mit dem Dienstgeber abzuklären. Die Teilzeit darf maximal auf 50 % (=17,5 Wochenstunden) der Kernarbeitszeit herabgesetzt werden.Bei reduziertem Beschäftigungsausmaß verlängert sich die Ausbildung entsprechend.

 

Anzahl der zu absolvierenden Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste

Im Rahmen der Ausbildung (Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt/Hauptfach/Pflichtneben- u. Wahlfach, Additivfachausbildung) sind, sofern fachlich erforderlich, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste zu absolvieren, wobei weder das Ärztegesetz noch die Ärzte-Aubildungsordnung eine Zahlenangabe vorsieht. Es liegt also im Ermessen des Ausbildners festzulegen, wieviele Dienste zu absolvieren sind. Für die Anrechenbarkeit der postpromotionellen Ausbildung reicht es jedenfalls aus, wenn die Absolvierung der Dienste im Rasterzeugnis vom Ausbildner mit „ja" bestätigt wird.

 

Anrechenbarkeit

Ausbildungszeiten zum Arzt für Allgemeinmedizin sind auf die Ausbildung zum Facharzt im Hauptfach nicht anrechenbar, außer in jenen Fällen, in denen der Turnusarzt im betreffenden Fach eine dafür genehmigte Facharztausbildungsstelle besetzt und ihm für diese Zeit vom Ausbildner ein Rasterzeugnis zum Facharzt im betreffenden Sonderfach ausgestellt wurde.

Mit Ausnahme der Ausbildung im Fach Allgemeinmedizin selbst (Erstversorgung, Lehrpraxis für Allgemeinmedizin) sind alle Fächer, soweit sie in der Ausbildungsordnung zum Facharzt im jeweiligen Sonderfach vorgesehen sind, anrechenbar.

 

Anrechnung von Ausbildungszeiten in Lehrpraxen

  • Verlängerung der Ausbildungszeit:

Mit Ausnahme der 6-monatigen Ausbildung bei einem Arzt für Allgemeinmedizin verlängert sich die Ausbildung im jeweiligen Fach um die Hälfte, wenn sie in der Lehrpraxis absolviert wird. Die maximale Ausbildungszeit, die in Lehrpraxen absolviert werden kann, beträgt 12 Monate.

Beispiel
6 Monate Lehrpraxis bei einem Arzt für Allgemeinmedizin, 3 Monate bei einem Lehrpraxisinhaber für Neurologie (statt 2 Monate) und 3 Monate bei einem Lehrpraxisinhaber für HNO (statt 2 Monate).

  • Dauer der Ausbildung zum Facharzt, wenn ein Teil des Hauptfaches, der Pflichtneben- oder Wahlfächer in Lehr(gruppen)praxen absolviert wird:

Bei Ausbildung in einer Lehrpraxis verlängert sich die Dauer der Ausbildung nicht. Die maximale Ausbildungszeit, die in Lehr(gruppen)praxen absolviert werden kann, beträgt ebenfalls 12 Monate (die Aufteilung der Fächer – Haupt-, Neben- bzw. Wahlfach - kann der Turnusarzt selbst wählen).

Beispiel
6 Monate im Hauptfach und 6 Monate Pflichtnebenfach in der Lehr(gruppen)praxis, oder 12 Monate im Hauptfach in der Lehr(gruppen)praxis.

  • Anrechnung von Lehrpraxiszeiten, die bei einem Arzt für Allgemeinmedizin absolviert wurden, auf Pflichtneben- oder Wahlfächer in der Facharztausbildung:

Die bei einem Lehrpraxisinhaber für Allgemeinmedizin absolvierte Ausbildung ist ausschließlich zum Arzt für Allgemeinmedizin anrechenbar.