Spezialisierungen

Die nach der ÄAO2006 auf einem Sonderfach aufbauenden Additivfächer wurden im Rahmen der Ausbildungsreform abgeschafft und werden, sofern deren Inhalte nicht in den Modulen der Sonderfach-Schwerpunktausbildung abgebildet sind, durch fachbezogene oder fächerübergreifende Spezialisierungen ersetzt.

Ziel der Spezialisierungen ist der geregelte Erwerb eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten für definierte ärztliche Tätigkeiten unmittelbar am oder mittelbar für Menschen nach Abschluss der Berufsausbildung.

Bisher mögliche Spezialisierungen:

  • Geriatrie
  • Phoniatrie
  • Handchirurgie
  • Palliativmedizin
  • als weiterer Schritt für die Umsetzung der Reform der ärztlichen Ausbildung wurden durch die ÖÄK nach Prüfung der Versorgungsrelevanz bzw. auf Basis bestehender strukturierter Weiterbildungen Spezialisierungen mittels einer mit 1.1.2017 in Kraft getretenen Spezialisierungsverordnung eingeführt.
  • In einem ersten Schritt wurden nun auf Basis der bereits mit 1.7.2016 in Kraft getretenen Rahmen-Verordnung über Spezialisierungen die rechtlichen Grundlagen für die Spezialisierungen in Geriatrie, Phoniatrie sowie Handchirurgie geschaffen.
  • Die Österreichische Ärztekammer hat zuletzt im Rahmen der Regelung der Spezialisierungen eine weitere Spezialisierung in Palliativmedizin eingeführt.
  • In weiterer Folge sind unter anderem Spezialisierungen in Psychosomatischer Medizin und Palliativmedizin in Aussicht genommen und werden derzeit bereits (jeweils fächerübergreifend) für die Beschlussfassung vorbereitet.
  • Im Gegensatz zu den Regelungen für die Additivfachausbildung können Spezialisierungen erst nach Abschluss der Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin oder zum Facharzt eines Sonderfaches absolviert werden
  • sonderfachübergreifend oder sonderfachspezifisch

 

Spezialisierung in Geriatrie

  • Übergangsbestimmung: Personen, die das Additivfach Geriatrie gemäß ÄAO 2006 absolvieren und ihre Ausbildung nach dem Inkrafttreten der neuen Verordnung aschließen oder bereits zur Führung der Zusatzbezeichnung Geriatrie berechtigt sind, dürfen wahlweise das Additivfach Geriatrie oder die Spezialisierungsbezeichnung Geriatrie führen dürfen.
  • Die Spezialisierung in Geriatrie erhalten nach Antrag darüber hinaus Personen, die nachweisen können, dass sie in den letzten drei Jahren vor Inkrafttreten dieser Verordnung im Aufgabengebiet der Spezialisierung tätig waren und darüber hinaus über das ÖÄK-Diplom „Geriatrie" verfügen.
  • Die Umschreibung der Spezialisierung in Geriatrie in Anlage 1 der neuen Spezialisierungsverordnung entspricht jener des bisherigen Additivfaches Geriatrie gemäß Ärzteausbildungsordnung 2006. Die Inhalte der Spezialisierung wurden in fachlicher Abstimmung mit diversen Fachgesellschaften vollkommen überarbeitet und aktualisiert.
  • Quellfächer (Allgemeinmedizin, internistische Sonderfächer, Neurologie, Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin)
  • Darüber hinaus dürfen auch Fachärztinnen/Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Psychiatrie und Neurologie sowie Psychiatrie, die ihre Facharztbezeichnung gemäß der ÄAO 2006 oder deren Übergangsbestimmungen erhalten haben, die Spezialisierung in Geriatrie absolvieren.
  • Die Spezialisierung in Geriatrie ist modular aufgebaut. Das zwölfmonatige Basiscurriculum ist für alle Spezialisierungswerber/innen gleich und vermittelt breite Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten im Bereich der Geriatrie.
  • Anschließend ist eine fachspezifische Vertiefung in der Dauer von 15 Monaten vorgesehen, in welcher die der Arzt besondere sein Sonderfach betreffende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Geriatrie erwerben soll
  • Auf die fachspezifische Vertiefung können nachgewiesene gleichwertige fachspezifische Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten aus der Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt oder zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin in einer Dauer von höchstens 9 Monaten angerechnet werden.

 

Spezialisierung in Phoniatrie

  • Übergangsbestimmung:  Personen, die das Additivfach Phoniatrie gemäß ÄAO 2006 absolvieren und ihre Ausbildung nach dem Inkrafttreten der neuen Verordnung abschließen oder bereits zur Führung der Zusatzbezeichnung Phoniatrie berechtigt sind, dürfen wahlweise das Additivfach Phoniatrie oder die Spezialisierungsbezeichnung Phoniatrie führen
  • absolvierbar für Fachärzte des Quellfachgebietes Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Dauer:  insgesamt 24 Monate, eine Anrechnung von Inhalten aus der Ausbildung im Sonderfach Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde ist nicht möglich
  • Die Spezialisierung in Phoniatrie soll die Fortführung des bisher gut etablierten Additivfaches Phoniatrie darstellen.
  • Die Umschreibung der Spezialisierung entspricht jener des bisherigen Additivfaches Phoniatrie.

 

Spezialisierung in Handchirurgie

  • Übergangsbestimmung:  für bestehende Spezialisierungen ist in der Rahmen- Verordnung über Spezialisierungen festgelegt, dass Personen, die bereits eine Spezialisierung gemäß der am 1.7.2016 außer Kraft getretenen Spezialisierungsordnung 2004 der ÖÄK erworben haben, die Spezialisierung weiterhin ausüben und die Spezialisierungsbezeichnung führen dürfen, da es sich im Wesentlichen um eine Übernahme dieser bislang bestehenden Spezialisierung in die vorliegende Verordnung handelt.
  • Quellfachgebiete für dieses Spezialisierungsgebiet : Allgemeinchirurgie- und Gefäßchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.
  • Darüber soll auch Fachärztinnen/Fachärzten für Chirurgie, Orthopädie und orthopädische Chirurgie sowie Unfallchirurgie, die ihre Facharztbezeichnung gemäß der ÄAO 2006 oder deren Übergangsbestimmungen erhalten haben, die Spezialisierung in Handchirurgie zugänglich gemacht werden.
  • Die Umschreibung der Spezialisierung in Handchirurgie, deren Dauer mit 36 Monaten festgelegt ist entspricht im Wesentlichen der deutschen (Muster-)Weiterbildungs-Ordnung, um die internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten und wurde geringfügig an die spezifischen österreichischen Anforderungen angepasst. Die Inhalte der Spezialisierung wurden überarbeitet und aktualisiert.

 

Spezialisierung in Palliativmedizin

  • Das neue Spezialisierungsgebiet in Palliativmedizin kann von ÄrztInnen für Allgemeinmedizin, FachärztInnen für Anästhesie und Intensivmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendheilkunde, Neurologie, Lungenkrankheiten (nach ÄAO 2006), Urologie sowie FachärztInnen der internistischen Sonderfächer (nach ÄAO 2015) absolviert werden.
  • Die Dauer der Spezialisierung in Palliativmedizin ist mit 18 Monaten festgelegt, wobei aus den entsprechenden Facharztausbildungen der Quellfachgebiete nachgewiesene gleichwertige fachspezifische Ausbildungszeiten in der Dauer von 6 Monaten angerechnet werden können. Die Ausbildung erfolgt an anerkannten Spezialisierungsstätten.
  • In den Übergangsbestimmungen für die neue Spezialisierung in Palliativmedizin ist festgelegt, dass alle Ärzte, die bis 1.7.2017 eine zumindest achtzehnmonatige Tätigkeit gemäß der Umschreibung des Fachgebietes und den Spezialisierungsinhalten der Spezialisierung in Palliativmedizin nachweisen können und ein Diplom „Palliativmedizin" der Österreichischen Ärztekammer erworben haben, berechtigt sind, die Spezialisierung in Palliativmedizin zu führen.

 

Formal müssen die Ärztinnen und Ärzte einen Antrag bei der österreichischen Ärztekammer stellen, die die Gleichwertigkeit der ausgeübten Tätigkeiten in Relation zu den festgelegten Ausbildungsinhalten prüft. Nähere Informationen zur Antragstellung nach diesen Übergangsbestimmungen werden noch veröffentlicht.

Die konkreten Inhalte der nunmehr eingeführten Spezialisierungen sind auf der Homepage der ÖÄK unter  http://www.aerztekammer.at/spezialisierungen abrufbar.