ARZTBERUF

Rasterzeugnisse

 

Der Nachweis über die mit Erfolg zurückgelegte Ausbildung ist durch ein formal richtiges Rasterzeugnis zu erbringen. 

Die am 10.3.2007 kundgemachte Verordnung der Österreichischen Ärztekammer regelt die Ausgestaltung und Form der Rasterzeugnisse und Prüfungszertifikate sowie die in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt zu vermittelnden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten. 

Die Rasterzeugnisformulare sind dem Turnusarzt von den Ausbildungsverantwortlichen am Beginn der Ausbildung in geeigneter Form zur Kenntnis zu bringen. Der Ausstellung des Rasterzeugnisses hat in jedem Fall ein Evaluierungsgespräch über den jeweiligen Ausbildungsabschnitt zwischen dem Ausbildungsverantwortlichen und dem Turnusarzt voranzugehen, das vom Ausbildungsverantwortlichen zu dokumentieren ist. 

Die Ausbildungsverantwortlichen haben über Verlangen des Turnusarztes nach Zurücklegung der jeweiligen Mindestausbildungszeit unverzüglich entsprechende Rasterzeugnisse auszustellen und dem Turnusarzt Gelegenheit zu geben, den Empfang derselben schriftlich zu bestätigen. Sofern die Dauer eines Ausbildungsfaches mehr als ein Jahr beträgt, hat der Ausbildungsverantwortliche auch am Ende eines jeden Ausbildungsjahres unverzüglich dem Turusarzt die entsprechenden Rasterzeugnisse auszustellen. 

Die Vermittlung von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den jeweiligen in den Rasterzeugnissen aufgelisteten Ausbildungsinhalten ist durch die Ausbildungsverantwortlichen jeweils durch Unterschrift und Datum zu bestätigen, ebenso muss das Rasterzeugnis die Feststellung enthalten, ob die Ausbildung im jeweiligen Ausbildungsfach mit oder ohne Erfolg zurückgelegt worden ist. Erfolgt die Ausbildung an einer Krankenanstalt, sind die Rasterzeugnisse auch vom ärztlichen Leiter der Krankenanstalt gegenzuzeichnen und mit dem Dienstsiegel oder Dienststempel der Krankenanstalt zu versehen. Rasterzeugnisse über Ausbildungsabschnitte in Lehrpraxen und in Lehrgruppenpraxen sind von den jeweiligen Ausbildungsverantwortlichen zu fertigen und mit einer entsprechenden Stampiglie zu versehen. 

Sollten einzelne Bereiche des Rasterzeugnisses negativ beurteilt werden, so ist eine entsprechende Begründung im Rasterzeugnis zu vermerken und festzustellen, in welchem Zeitraum voraussichtlich eine positive Absolvierung dieser Teilbereiche zu erwarten ist. 

Auf Ausstellung eines Rasterzeugnisses besteht ein Rechtsanspruch. 

 

Ausbildungsverantwortlicher, Ausbildungsassistent, ärztlicher Leiter

Ausbildungsverantwortlicher ist grundsätzlich der jeweilige Abteilungsleiter bzw. Klinikvorstand. Dieser kann sich zwar eines sogenannten Ausbildungsassistenten bedienen, der ebenfalls ein Facharzt des entsprechenden Sonderfaches zu sein hat, die Letztverantwortung liegt jedoch in jedem Fall beim Abteilungsverantwortlichen: Er ist es daher auch, der das Rasterzeugnis zu unterfertigen hat. 

Die Rasterzeugnisse sind neben dem Ausbildungsverantwortlichen auch noch vom ärztlichen Leiter/der ärztlichen Leiterin der Krankenanstalt/des Lehrambulatoriums/der Lehrpraxis gegenzuzeichnen (Ausnahme: Bei Instituten ausschließlich vom Ausbildungsverantwortlichen). 

 

Welches Rasterzeugnisformular verwendet man?

Rasterzeugnisse zum Arzt für Allgemeinmedizin finden Anrechnung: Zum AM, Pflichtneben- u. Wahlfach (Ausnahme: Rasterzeugnis im Fach Allgemeinmedizin, dieses findet nur Anrechnung zum AM) 

Rasterzeugnisse zum Facharzt finden Anrechnung: Zum Facharzt, in einem Pflichtneben- bzw. Wahlfach 

Rasterzeugnisse in Pflichtnebenfächern finden Anrechnung: Ausschließlich auf ein Pflichtnebenfach 

Rasterzeugnisse zum Additivfacharzt finden Anrechnung: Zum Additivfacharzt 

Für Ausbildungszeiten, die nach dem 1.2.2007 begonnen wurden, sind ausschließlich die „neuen" Rasterzeugnisse zu verwenden. 

Verordnung der Österreichischen Ärztekammer über Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt sowie über die Ausgestaltung und Form der Rasterzeugnisse und Prüfungszertifikate.