Befragung Verhandlungspaket 2015

Ergebnis der Befragung der TILAK Ärztinnen und Ärzte zur 
Ärztearbeitszeitregelung  

Angebot des Landes wird mit großer Mehrheit angenommen

Von Mittwoch bis Freitag dieser Woche lief die von der Ärztekammer für Tirol durchgeführte Befragung der bei der Tiroler Landeskrankenanstalt TILAK beschäftigten Ärztinnen und Ärzte. Ziel der Meinungsbildung  war es, das mit LH Günther Platter und LR Bernhard Tilg ausverhandelte „Gehalts- und Maßnahmenpaket" für das Jahr 2015 abzustimmen. Konkret  ging es  dabei um zusätzliche Gehaltszahlungen für das Jahr 2015 und den Abschluss einer bis 31.12.2015 befristeten Betriebsvereinbarung zur Regelung der ärztlichen Arbeitszeiten. Zudem wurde paktiert, die Betriebsvereinbarung auf Leistung einer Ausgleichszulage für schwangere Ärztinnen fortzuschreiben und ein zukunftsfähiges Gehaltsystem bis Ende 2015 zu entwickeln und abzuschließen, um langfristig marktkonforme Gehälter und attraktive Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Das Ergebnis der Befragung im Detail: 


„Mit der Annahme des  Verhandlungspaketes für 2015 durch die betroffene Ärzteschaft, ist der Weg offen, einen drohenden Versorgungsengpass zu verhindern und im Laufe des Jahres ein innovatives und konkurrenzfähiges und vor allem nachhaltiges Gehaltsschema für die Zeit ab 2016 zu verhandeln" stellte der Kurienobmann der angestellten Ärzte der Ärztekammer für Tirol Ludwig Gruber in einer ersten Analyse des Ergebnisses fest. „Wichtig sei", so der Kurienobmann in seiner Reaktion weiter, „dass mit den Verhandlungen sofort begonnen wird."
„Die große Zustimmung für das Paket ist der erste Schritt in einem notwendigen Veränderungsprozess" stellt Mitverhandlerin Renate Larndorfer fest. „Für uns Ärzte ist dieses Angebot ein Zeichen, dass eine Lösung der Probleme von Seiten des Landes Tirol angestrebt wird. Wir haben nun Zeit gewonnen für die nächsten Schritte. Um einer Leistungsreduktion und einem Qualitätsverlust in den Tilak Häusern entgegen zu wirken, müssen Abteilungen zum Teil umstrukturiert und Personal aufgestockt werden. Trotz aller kritischen Punkte ist das Paket als Chance zu sehen. Das heutige Ergebnis macht aber Mut, uns für unsere Ziele weiter mit großem Einsatz zu engagieren" so Larndorfer weiter.

Bezirkskrankenhäuser, Krankenhaus Zams und Medizinische Universität Innsbruck: Lösung des Gehaltskonfliktes noch völlig offen

Schon im Spätherbst letzten Jahres hatten die Ärztevertreter der Bezirkskrankenhäuser und des KH Zams auf die zu erwartenden Gehaltseinbußen und personellen Probleme bei der Umsetzung des neuen Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes hingewiesen. Obwohl sie damit die ersten waren, die auf die Herausforderungen durch die neuen  EU-rechtlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht  hatten, laufen sie noch immer einer Lösung nach. Sie waren bisher ständig von ihren Krankenhausträgern unter Verweis auf eine ausstehende Lösung im Landeskrankenhaus vertröstet worden. Für den Vertreter aller Tiroler Spitalsärzte, Ludwig Gruber, muss nach der Einigung mit dem Land diese Verzögerungstaktik sofort ein Ende haben.

„Die Ärztinnen und Ärzte dieser Krankenhäuser erwarten sich zu Recht, dass die Gemeindeverbände mit Unterstützung des Landes umgehend nachziehen und ihre berechtigten Forderungen endlich erfüllen", bekräftigte auch der Tiroler Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger die Forderungen der Spitalsärzte und ließ keine Zweifel offen, dass sich die Betroffenen der vollen Unterstützung der Ärztekammer für Tirol sicher sein können. „Denn auch hier dränge Zeit, um eine Verschlechterung der Patientenversorgung hintanzuhalten", so der Kammerpräsident unter Verweis auf die Notwendigkeit rascher Abschlüsse von Betriebsvereinbarungen, die ein Arbeiten über 48 Wochenstunden möglich machen.

Leider zeichne sich, wie Kurienobmann Gruber bedauert, für die Bediensteten der Medizinischen Universität Innsbruck, im Gegensatz zu den Universitäten in Graz und Wien, weiterhin keine Lösung ab. Neben der Ärztekammer für Tirol verspricht auch das Land Tirol Unterstützung. Nachdem es nicht zuletzt auch um den Erhalt des Standortes der Medizinischen Universität in Innsbruck geht, hatte Landeshauptmann Günther Platter im Rahmen der Gehaltsverhandlungen zwischen TILAK und Ärzteschaft zugesagt, sich massiv für die Medizinische Universität Innsbruck und ihre Bediensteten einzusetzen und die Interessen der Med-Uni auch gegenüber dem Wissenschaftsministerium zu vertreten.

 


Gesamte Rechtsvorschrift

Die gesamte Rechtsvorschrift für das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz, Fassung vom 01.01.2015 (KA-AZG) finden Sie hier.


Pressearchiv

Weitere Pressemeldungen zum KA-AZG finden Sie hier.