FacharztFacharzt

Die Ausbildung zum Facharzt in einem Sonderfach ist in § 8 Ärztegesetz sowie in den Bestimmungen der Ärzte-Ausbildungsordnung (ÄAO) 1994 sowie 2006 (für Ärzt/Innen, die ihre postpromotionelle Ausbildung nach dem 1.2.2007 begonnen haben, gilt die ÄAO 2006) geregelt. § 10 der ÄAO 2006 nennt insgesamt 45 Sonderfächer.

Die Ausbildung zum Facharzt ist an Ausbildungsstätten, die von der Österreichischen Ärztekammer für die Ausbildung zum Facharzt im jeweiligen Sonderfach anerkannt wurden (Krankenanstalten, Institute, Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen und Lehrambulatorien) und im Hauptfach auf einer dafür genehmigten Facharztausbildungsstelle zu absolvieren.

Die Ausbildungsdauer zum Facharzt beträgt zumindest 6 Jahre, die Ausbildung setzt sich im Wesentlichen aus drei Teilen zusammen:

  1. Absolvierung der entsprechenden Ausbildungszeit im Hauptfach, in den Pflichtneben- und Wahlfächern
  2. Vorlage eines positiv ausgefüllten Rasterzeugnisses
  3. positive Absolvierung der Facharzt-Prüfung.

Ausbildungsstelle
Eine Hauptfach-Ausbildung kann nur angerechnet werden, wenn der betreffende Turnusarzt/Turnusärztin eine Facharztausbildungsstelle besetzt. Die Ausbildungsstellen pro Abteilung sind limitiert.
Die Ausbildungsstätten sind grundsätzlich verpflichtet, der Österreichischen Ärztekammer (über die Landesärztekammer) halbjährlich zu melden, welcher Arzt/welche Ärztin für welchen Zeitraum auf einer Ausbildungsstelle gemeldet wird.
ACHTUNG:
Überprüfen Sie, ob Sie vom Ausbildungsverantwortlichen auf eine Ausbildungsstelle gemeldet wurden.
Wichtig ist auch, dass manche Ausbildungsstellen zeitlich limitiert sind, was bedeutet, dass manche Abteilungen bzw. Krankenhäuser nicht in vollem Ausmaß ausbilden können. Man spricht dann von Teil-Anerkennung. Über das Ausmaß der anrechenbaren Ausbildung gibt das Ausbildungsstättenverzeichnis der Ärztekammer für Tirol bzw. der Österreichischen Ärztekammer Auskunft.

Teil-Anerkennung
Die Absolvierung der Ausbildung an mehreren Ausbildungsstätten mit einer Teil-Anerkennung ist möglich, am Ende der Facharztausbildung müssen aber alle in den Rasterzeugnissen geforderten Ausbildungsinhalte als vermittelt bestätigt sein.

Arbeits- und Teilzeit

Arbeitszeit
Zu beachten ist, dass das Ärztegesetz vorsieht, dass von den 35 Wochenstunden Kernarbeitszeit jedenfalls 25 Stunden in der Zeit zwischen 8.00 Uhr und 13:00 Uhr zu absolvieren sind. Die Absolvierung von Nachmittagsdiensten ist daher nach den Bestimmungen des Ärztegesetzes nicht zulässig.

Teilzeit
Das Ärztegesetz sieht vor, dass die Ausbildung auch in Teilzeit absolviert werden kann. Zu beachten ist, dass die Wochendienstzeit höchstens um die Hälfte der Kernarbeitszeit herabgesetzt werden darf. Nacht- sowie Wochenend- und Feiertagsdienste sind entsprechend eingeschränkt zu absolvieren. Die Gesamtdauer der Ausbildung wird, sofern Teilzeit in Anspruch genommen wird, entsprechend verlängert.
Teilzeit-Ausbildung wird vom Ärztegesetz nur zugelassen, wenn der Turnusarzt stichhaltige Gründe darlegen kann, warum ihm eine Vollzeit-Ausbildung nicht möglich ist. Das Ärztegesetz kennt keinen Rechtsanspruch auf Teilzeit-Ausbildung. Vielmehr muss vor allem mit dem Dienstgeber geklärt werden, inwieweit dieser bereit ist, einen Teilzeit-Dienstvertrag auszustellen.

Urlaubs-, Krankheits- und sonstige Verhinderungszeiten (1/6-Regelung)

Urlaubs-, Erkrankungs- und sonstige Verhinderungszeiten (z. B. Mutterschutz) während der Ausbildung sind auf die Facharztausbildung (jeweils im Haupt-, Pflichtneben- und Wahlfach) nur insoweit anzurechnen, als sie insgesamt nicht mehr als höchstens den sechsten Teil der jeweiligen Ausbildungszeiten betragen (1/6-Regelung).
Zeitausgleich und Dienstfreistellung zu Fortbildungszwecken (bitte im Rasterzeugnis angeben) zählen nicht als Verhinderungszeiten! Zeiten des Präsenzdienstes, des Zivildienstes und des Karenzurlaubs unterbrechen die Ausbildung und sind auf den Turnus nicht anzuwenden.

Die Ärztekammer vertritt die beruflichen und sozialen Interessen der Ärzte und setzt sich daher für eine qualitativ hoch stehende Ausbildung der jungen Kolleginnen und Kollegen ein. Die Ausbildungsstätten zum Arzt für Allgemeinmedizin sind nicht oder nur teilweise in der Lage, alle im Rasterzeugnis geforderten Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Deshalb wurde von der Ärztekammer für Tirol TURNUS AKTIV ins Leben gerufen. TURNUS AKTIV ist eine Fortbildungsserie für Turnusärzte in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, bestehend aus drei Fortbildungsmodulen in jenen Fachbereichen, die im Turnus am Krankenhaus nicht oder nur fragmentarisch vermittelbar sind (Begutachtungen, Vorsorgemedizin, Umweltmedizin, Arbeitsmedizin, Tropenmedizin). Mit der Teilnahme an diesen Fortbildungsmodulen gelten auch die jeweiligen im Rasterzeugnis geforderten Ausbildungsinhalte als bestätigt.

Anmeldeformular zur Facharztprüfung mit Zeitbestätigung
Anmeldeformular für Radiologen (vorgezogener MC-Test)

Einreichung zum Facharzt (ius practicandi zum Facharzt)

  • Antragsformular FA (1. Seite)
  • Original-Rasterzeugnisse (Unterschrift des Ausbildungsverantwortlichen sowie Unterschrift des ärztlichen Leiters der Krankenanstalt)
  • Kopie des Prüfungszertifikates - Facharzt
  • Scheckkartenausweis (zur Abänderung der Berufsbezeichnung)
  • Eventuell Aus- bzw. Fortbildungsnachweise wie z.B. Akupunktur, Manuelle Medizin, Notarzt, Ultraschallbestätigungen (für die Beantragung von Spezialdiplomen etc.)