Aktuelles

Reform der Sozialversicherung muss Reform der Versorgung bringen

Präsident Wechselberger fordert Stärkung des niedergelassenen Bereichs

 

Grundsätzlich sollte eine Reform dazu dienen Schwächen und Defizite auszumerzen sowie Stärken zu nutzen und auszubauen. Dasselbe gilt auch bei einer Reform der Sozialversicherungen. Zu den Stärken des derzeitigen Systems gehört sicher die regionale Selbstverwaltung, im Rahmen derer die Vertreter der betroffenen Versicherten versuchen, das Leistungsumfeld ihren lokalen und regionalen Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.

Zu den Schwächen gehört, dass sich als Folge dieser Autonomie die Gebietskrankenkassen trotz gleicher gesetzlicher Grundlagen im ASVG und in den Beiträgen, bei den Angeboten für Versicherte wie auch Vertragspartner, auseinanderentwickelt haben. Neun – besonders die Leistungen betreffend -  unterschiedliche Systeme, in einem für Versicherte, Vertragspartner und Politik oft schwer verständlichen Ausmaß, sind entstanden. „Hier ist es dringend geboten, die Systeme wieder zusammen zu führen", fordert der der Präsident der Ärztekammer für Tirol, Artur Wechselberger. Dabei dürfe man sich allerdings nicht am schwächsten und billigsten Angebot orientieren, warnt Wechselberger. Aus der Verantwortung für die Patientinnen und Patienten müssen die am besten geeigneten Möglichkeiten ausgewählt werden. Was ausreichend, zweckmäßig und das Maß des Notwendigen nicht überschreitend ist, wie der Gesetzgeber den Versorgungsauftrag definiert, müsse dynamisch an die Bedürfnisse der Bevölkerung und an die Möglichkeiten einer modernen Medizin angepasst werden. Und dies unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten.

„Sparen und der Umbau von Gremien in der der Selbstverwaltung allein bringen noch keine Verbesserung in der Versorgung", stellt der Tiroler Kammerpräsident fest.

Veränderung der Struktur und der Verwaltungskörper in den Sozialversicherungen können nicht per se die Ziele einer Reform sein. Diese habe sich vielmehr der medizinischen Versorgung unterzuordnen. Eine klare Zieldefinition in der Versorgung und konkrete Vorschläge zur Zielerreichung vermisst der Präsident Wechselberger in der laufenden Diskussion.

Allein der Ansatz, dass die Reform Einsparungen bringen soll, ist falsch. Das Ziel der Reform muss eine Steigerung der Effizienz und eine Verbesserung der Versorgung sein. Das bedeutet auch, dass die Mittel in der Region bleiben und eine ausreichende Finanzierung der Leistungen, die man am „best point of service", den Arztpraxen, erbringen kann, garantiert wird. „Zum zeitgemäßen Ausbau wohnortnaher ärztlicher und nichtärztlicher Leistungen sowie für eine moderne ambulante und stationäre Versorgung werden wir noch zusätzliche Mittel benötigen", so Wechselberger, der besonders die ambulanten Defizite durch den jahrelangen Stillstand in der Entwicklung der kassenärztlichen Versorgung scharf kritisiert.

Eine Verlagerung der Patientenbetreuung in den niedergelassenen Bereich darf auch nicht gleichzeitig ein Aushungern der Krankenhäuser bedeuten. Es werden beide Sektoren in einem guten Zusammenspiel benötigt. Entscheidend ist, dass die jeweiligen Leistungen in den dafür am besten geeigneten Eirichtungen erbracht werden.

Zusammenfassend fordert Präsident Wechselberger eine umfassendere Sicht beim Umbau der Selbstverwaltung der Krankenversicherten: „Wenn eine Reform die Krankenkassen zur Straffung ihrer Organisation und zum gleichzeitigen Ausbau ihres ambulanten Angebotes verpflichtet, dann ist das ein erster Schritt. Dabei muss jedem klar sein, dass ein Mehr an Leistungen auch ein Mehr an Aufgaben und natürlich auch ein Mehr an Ausgaben bedeutet."

Die Mehrkosten können nicht allein aus den Mitteln einer Strukturreform der Krankenkassen abgedeckt wird. Schließlich gelte es die Abläufe in den Sozialversicherungen straffen, ihre Leistungen für die Versicherten zu vereinheitlichen und zu verbessern aber auch die Honorare der Leistungserbringer den Notwendigkeiten einer wirtschaftlichen Betriebsführung anzupassen. Nur so wird man auch wieder genügend Interesse bei Ärztinnen und Ärzten zur Übernahme eines Kassenvertrages wecken.


Veranstaltungen

17
Jul

15:30

Wöchentliche orthopädische Fortbildung

Seminarraum Uniklink f. Orthopädie, 1. Stock Anichstr. 35 6020 Innsbruck Österreich
Tiroler Fortbildungen
Titel:
Wöchentliche orthopädische Fortbildung
Beginn:
17.07.2018
Ende:
17.07.2018
Ort:
Seminarraum Uniklink f. Orthopädie, 1. Stock Anichstr. 35 6020 Innsbruck Österreich
Fortbildungs-ID:
616179
Paragraph 40 Fortbildung:
Nein
Beschreibung:

Incidental Meniscal Findings on Knee MRI in Middle-Aged and Elderly Persons

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18
Jul

16:15

Das akute Abdomen an 6 Fallbeispielen

A.ö. Bezirkskrankenhaus Kufstein 6330 Kufstein Österreich
Tiroler Fortbildungen
Titel:
Das akute Abdomen an 6 Fallbeispielen
Beginn:
18.07.2018
Ende:
18.07.2018
Ort:
A.ö. Bezirkskrankenhaus Kufstein 6330 Kufstein Österreich
Fortbildungs-ID:
616956
Paragraph 40 Fortbildung:
Nein
Beschreibung:

Das akute Abdomen an 6 Fallbeispielen

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16:30

Balintgruppe BKH Hall/Tirol

BKH Hall/Tirol Milserstr. 10 6060 Hall/Tirol Österreich
Tiroler Fortbildungen
Titel:
Balintgruppe BKH Hall/Tirol
Beginn:
18.07.2018
Ende:
18.07.2018
Ort:
BKH Hall/Tirol Milserstr. 10 6060 Hall/Tirol Österreich
Fortbildungs-ID:
606653
Paragraph 40 Fortbildung:
Nein
Beschreibung:

Fallbezogene, nicht fachspezifische Balintgruppe

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20:00

Balintgruppe niedergelassene ÄrztInnen

Ärztekammer für Tirol Anichstraße 6020 Innsbruck Österreich
Tiroler Fortbildungen
Titel:
Balintgruppe niedergelassene ÄrztInnen
Beginn:
18.07.2018
Ende:
18.07.2018
Ort:
Ärztekammer für Tirol Anichstraße 6020 Innsbruck Österreich
Fortbildungs-ID:
606662
Paragraph 40 Fortbildung:
Nein
Beschreibung:

Reflexion der unbewussten Arzt-Patienten-Beziehung

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