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ÖÄK-Wechselberger für allgemeinen Bonus bei Gesundheitvorsorge

[ 24.07.2012 ] Utl.: Gegensatz zu Stöger - SVA ist positives Beispiel – Präventionsbewusstsein ist solidarisch

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, spricht sich für die Beibehaltung und Verbreiterung von Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitsvorsorge aus, wie sie die Sozialversicherung des Gewerbes (SVA) umsetze. Wechselberger steht damit in deutlichem Gegensatz zu Gesundheitsminister Stöger, der das Bonusmodell der SVA abqualifizierte. „Diese Ablehnung ist mir unverständlich, denn solche Programme sind ein durchaus tauglicher Versuch, das Präventionsverhalten in Österreich wirksam zu fördern“, so der Ärztepräsident Dienstag in einer Aussendung.

Wechselberger: „Prävention ist wertvoll für jeden Einzelnen, da sie menschliches Leid verhindert. Sie stellt aber auch einen Wert für die ganze Gesellschaft dar.“ Aktives Vorsorgeverhalten sei beispielhaft und an sich solidarisch, da es helfe, Krankheitskosten zu sparen. Die Förderung von Vorsorgeuntersuchungen, wie sie die SVA durchführe, sei eine Motivation für Präventionsbewusste und keine Bestrafung von Kranken. „Wer Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernimmt, wird belohnt, wer dies nicht tut, für den ändert sich nichts.

Der Ärztepräsident sieht einen dringenden Handlungsbedarf der Gesundheitspolitik, um das Vorsorgebewusstsein in Österreich zu heben. Das, was bisher geschehen sei, reiche bei weitem nicht aus, so der Ärztechef. Er könne sich durchaus vorstellen, Prävention auch bei anderen Sozialversicherungen zu bonifizieren. „Ich wünsche mir eine strategische Gesundheitspolitik, die alles unternimmt, um einen gesunden Lebensstil zu fördern. Dazu zählen auch Projekte, die die Psychologie der Menschen berücksichtigen und unmittelbare, auch finanzielle Vorteile an ein gesundheitsförderndes Verhalten knüpfen.“ Dass dies ein erfolgversprechender Weg sei, habe etwa der Mutter-Kind-Pass gezeigt.

Für den Ärztepräsidenten leite sich der politische Handlungsbedarf auch aus der „österreichweit äußerst bescheidenen“ Beteiligung an den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen ab. Im Schnitt würden rund zehn Prozent der Bevölkerung dieses wichtige Angebot annehmen, sagte Wechselberger
abschließend. (ms/ar)