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Pressereport der ÖÄK

[ 27.01.2012 ] Nachfolgend finden Sie den Pressereport der Österreichischen Ärztekammer

Gesundheits- und Sozialpolitik:

Spitäler/Gesundheitsreform. Lt. GM Alois Stöger werde die Spitalsreform noch dauern. Eine Reform, mit der das Angebot zwischen den Krankenhäusern und den ng. Ärzten besser abgestimmt werden soll, werde frühestens in zwei Jahren möglich sein. Der Grund sei, dass Bund, Länder und Sozialversicherung noch eine Vereinbarung abschließen müssten. Der Vorschlag der Ärztekammer, die Spitalsambulanzen durch eine Aufwertung der Hausärzte zu entlasten, sei „eine Idee, die zu prüfen ist“, so Stöger u.a. Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer meint hingegen, dass die Politik für eine Reform im Gesundheitssystem nicht erst auf ein Abkommen mit den Bundesländern warten müsse. Als unrealistisch bezeichnet Pichlbauer das Ziel, dass die Gesundheitsausgaben nicht stärker wachsen dürfen als die jährliche Wirtschaftsleistung. Das sei nur durch eine Rationierung der Leistungen möglich, warnt Pichlbauer. Eine Behandlung durch den Hausarzt statt im Spital würde nicht nur billiger kommen, sondern „auch unglaubliche Qualität für den Patienten“ bedeuten. Das ÖÄK-Hausarzt-Modell berge lt. Pichlbauer ein Sparpotenzial von zehn bis 15 Prozent. Bevor im System gespart werde, müsse es erst reformiert werden, so Pichlbauer u.a. (Ö1-Morgenjournal). Das „Format“ meldet die Neuerscheinung des von der BKNÄ herausgegebenen Buches „Arzt der Zukunft – Zukunft des Arztes“.----------------Sparpaket. Die Regierung will die Krankenkassenbeiträge der Pensionisten erhöhen, um rasch Einnahmen für das Gesundheitswesen zu lukrieren. Begründet wir das damit, dass für diese Gruppe die höchsten Ausgaben nötig seien (Presse).-----------------Tirol. Die TGKK, die TÄK und das Land Tirol arbeiten dzt. am Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG). Erhoben werde u.a., wie Ärzte und Therapeuten mit dem Pflegebereich zusammenarbeiten und wie die Schnittstellen zu den Spitälern funktionieren (TTZ).

ELGA. Hinsichtlich der ELGA-Diskussion soll Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer auf seiner Facebook-Seite die Ärztekammer mit Nazis verglichen haben, da auf einer WÄK-Veranstaltung eine ELGA-Befürworterin nicht zu Wort gekommen sei. Die WÄK prüfe dzt. eine Klage (Standard, Presse).

Kindergesundheit/Vorsorge. Lt. Jahresbericht der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit ist die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht nur eine medizinische Frage, sondern hänge auch vom sozialen Umfeld und der Möglichkeit der Partizipation in Familie, Schule und Gesellschaft ab (Standard, OÖN, Ö1-AbJ).-------------Das kostenlose Kinderimpfprogramm soll mit dem Jahr 2012 um Schutzimpfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken ausgeweitet werden, gab GM Alois Stöger bekannt (NKTZ, ORF-ZiB1).

Diverses:

Wien. Mitte Dezember wurde eine schwangere Frau mit Blutungen von zwei Wr. Spitälern - Ordensspital Göttlicher Heiland und Wr. AKH - nicht richtig behandelt bzw. abgewiesen. Danach habe die Frau das Kind verloren. Vom Ordensspital Göttlicher Heiland heißt es, die Frau sei behandelt worden, die Voraussetzungen für eine stationäre Aufnahme seien aber nicht gegeben gewesen. Das Spital räumt aber ein, die psychische Situation der Patientin nicht richtig erkannt zu haben. Von Seiten des Wr. AKH, wo sie überhaupt nicht behandelt worden sei, heißt es, die Patientin sei nicht als Notfall angemeldet gewesen. Das AKH sei nur für Risikoschwangerschaften zuständig, so der Leiter der Uni-Klinik für Gynäkologie, Peter Husslein. GM Alois Stöger übt Kritik an der Vorgehensweise der Spitäler und Hussleins Aussagen. Menschen müssten in Krankenhäusern behandelt werden. Diese hätten einen „klaren Auftrag“. Der Sachverhalt werde von der zuständigen Magistratsabteilung genau untersucht, betont Stöger. ÖÄK-VP und BKAÄ-Obmann Harald Mayer sieht in dem Vorfall „ein Zeichen für durch Sparmaßnahmen verursachte Engpässe“. Die gegenwärtige politische Diskussion um Einsparungen im Gesundheitswesen sei vor diesem Hintergrund „äußerst widersprüchlich“. Auch für den Vorsitzenden des Betriebsrats des ärztlichen Personals im Wr. AKH, Thomas Szekeres, ist der Vorfall auf Personalreduktionen zurückzuführen. Heftige Kritik am AKH übt auch KAV-Direktor Wilhelm Marhold. Hussleins Argument der Nicht-Zuständigkeit sei „medizinisch, rechtlich und humanitär nicht haltbar“. Er wolle aber auch den „verquerten“ Hinweis auf Sparmaßnahmen und damit einhergehenden Engpässen nicht gelten lassen. Man dürfe einen Notfall nicht dafür nutzen, Sparmaßnahmen zu kritisieren, so Marhold (APA, Standard, Kl. Ztg. Stmk., Kurier, NKTZ, Krone, NVB, Österreich, Presse, SN, TTZ, VN, Wr. Ztg., Wibl., Ö1, ORF-ZiB-s).

Stmk. Der Verdacht gegen einen Gynäkologen in der Steiermark, der knapp 50 Patientinnen sexuell belästigt haben soll, hat sich durch ein Gutachten erhärtet. Dem Mediziner drohen bis zu drei Jahren Haft (Kl. Ztg. Stmk., Kurier, Österreich).